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I‘m a: singer/songwriter, multi-instrumentalist/trumpetplayer, producer/performer, photographer/visual artist, science fiction writer
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Tutorial

Der Mainstream Solist

Skalen und Harmonien

Viele der Impovisationsmöglichkeiten, die ich im Begleittext-Material der Tracks oder immer wieder hier im Tutorial angebe, greifen auf Begriffe zurück, die immer wieder vorkommen. Hier sind sie und die ganze Systematik. Wer das alles am Anfang zu komplex finden sollte, übt dann halt einfach über die dafür von mir bereitgestellten Pattern, liest aber trotzdem die anderen Kapitel durch. Die Komplexität ensteht hauptsächlich durch die historischen Systeme, die sich durchgesetzt haben. Früher oder später kommt aber kein Musiker daran vorbei, sich auch mit Kreuzen und Bs zu beschäftigen. Okay - auf geht's! Zunächst einmal ein paar Grunderklärungen und Definitionen: Die Namen für die Töne und deren Intervalle (Abstände): Wir gehen jetzt einmal vom Grundton chromatisch (in Halbtönen) aufwärts. Die Bezeichnungen, die sich dabei für die Intervalle (Ton- Abstände) ergeben, sind die lateinischen für die Zahlen. C | C# | D | D# | E | F | F# | G | G# | A | A# | H Bei enharmonischer Verwechselung (# statt b oder b statt #) sieht das dann so aus: C | H | Bb | A | Ab | G | Gb | F | E | Eb | D | Db | die Abstände/ Intervalle heißen (von links nach rechts): Grundton | kleine Sekunde | große Sekunde | kleine Terz (Moll-Terz) | große Terz (Dur-Terz) | Quarte | übermäßige Quarte (Tritonus)| Quinte | kleine Sexte | große Sexte | kleine Septime | große Septime. Die übermäßige Quarte wird (mal wieder eine enharmonische Verwechselung) oft als verminderte Quinte interpretiert (b5). Die kleine Sexte oft auch als übermäßige Quinte (#5). Die große Septime heißt im Englischen, das sich seit Berkeley (Berkeley wird weiter unten erklärt) bei Akkordbezeichnungen durchgesetzt hat, Major seventh. Ja - die enharmonischen Verwechselungen. Die können einem am Anfang schon ganz schön "das Hirn vermatschen". Wir müssen uns mit ihnen und den Vorzeichen # und b als Musiker herumschlagen, weil sich die Notenschrift historisch nun mal so entwickelt hat - und das geschah leider nicht auf Basis einer chromatischen Tonleiter. Also hinnehmen, merken. Der Keyboarder hat es hier mal wieder einfacher als der Gitarrist: Die # und b sind die schwarzen Tasten, die anderen Töne die weißen, wenn die Grundtonart C ist. So,jetzt aber zu den: Skalen Skalen gibt es extrem viele. Ich stelle hier die Wichtigsten vor, mit denen sich "Inside" spielen läßt. ("Inside": klingt harmonisch. "Outside": klingt schräg). Der Teilnehmer soll möglichst rasch in die Lage versetzt werden, über gängige Harmonieklischees "richtig" zu spielen. Wir analysieren hier nicht, warum welche Skala "paßt". Auch wenn das ein interessantes Thema ist. Das hier ist keine ausgewachsene Harmonielehre - es ist eine Anleitung zum Improvisieren für Solisten. Alle Skalen beziehen sich immer - sofern nicht anders erwähnt- auf C. Ich benutze "H" für die Bezeichnung der 7. Stufe, anstatt des "B" des angelsächsischen Systems. Außerdem habe ich mich entschieden, durchgehend das # bei aufsteigenden Leitern zu benutzen, wenn die Leitern absteigen, benutze ich hier die b-Vorzeichen. Die enharmonischen Verwechslungen könnten sonst den einen oder anderen aus dem Konzept bringen. (Enharmonische Verwechslungen:  C# für Db, D# für Eb, F# für Gb, G# für Ab, A# für Bb). Außerdem sind die Beispiele alle im vorzeichenlosen Tonraum von C – so daß es relativ irrelevant ist, welche Vorzeichen man benutzt. Die Blues-Skala Die Blues-Skala Sie hat den Vorteil, in Dur und Moll gleichermaßen anwendbar zu sein. Sie ist extrem vielseitig und wird in allen Mainstream-Stilen benutzt. Ganz streng genommen enthält sie sowohl das D#(Eb) als auch das E. Ich rate aber dringend davon ab, sich das anzugewöhnen - man bekäme extreme Schwierigkeiten bei Moll-7-Akkorden. (Akkordbezeichnungen erkläre ich weiter unten). In der universal anwendbaren Form ist die Blues-Skala wie folgt aufgebaut: Blues C | D# | F | F# | G | A# davon abgeleitet: Blues-Pentatonik C | D# | F | G | A# Dur-Pentatonik (paßt zum Beispiel auf C7 beim Blues) C | E | F | G | A# daraus ergibt sich dann auch die Moll-Pentatonik, aber ich will es hier nicht ausufern lassen. Warum das irrelevant ist, sieht man bei den Modi. Die Modi sind Euch wahrscheinlich besser bekannt als die "normalen" Tonleitern. Sie sind aber mehr als nur Dur und Moll. Wir nehmen als Ausgangstonalität C-Dur ( auch "Ionisch" genannt.) Die bekannte Leiter ist : Ton  : C | D | E  | F | G  | A | H | C Stufe: 1.| 2. | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 1. Eigentlich sind das ja nur 7 verschiedene Töne. Man benutzt aber immer 8 Töne: man hängt den Anfangston noch einmal an. Was soll das jetzt mit den Stufen? Hier kommt die Erklärung: Wir spielen die Leiter von A aus: und erhalten: A | H | C | D | E | F | G | A Der "Eingeweihte" hat gerade festgestellt: Das ist A-Moll Fast jeder weiß, daß Dur und Moll sehr unterschiedlich klingen. Dabei sind es doch die gleichen Töne! Die andere Reihenfolge der Töne macht hier also aus Dur Moll. Man nennt so etwas auch eine "Parallel-Tonart" Jedes Mal, wenn wir die ursprüngliche C-Dur-Skala auf einem anderen Ton als dem Grundton C anfangen, ensteht eine neue Skala. Die völlig anders klingt. Und anders heißt. Die entstehenden Skalen werden als Modi bezeichnet. Wie wir oben bei Dur und Moll gesehen haben, ist die Reihenfolge der Töne nicht egal. Man kann die entstehenden Skalen numerisch bezeichenen (soundsovielte Stufe) oder die historisch entstandenen Bezeichnungen wie "Dorisch", "Phrygisch" usw benutzen. Wie wir am Beispiel von Moll (6.Stufe) gesehen haben, ist es keine Erbsenzählerei (!), die Wichtigkeit der Stufen ernstzunehmen. Deswegen hier die komplette Aufstellung zum Nachschlagen: dabei hänge ich den Grundton, mit dem jeweils gestartet wird, noch einmal hintenan, um die Skala aufzulösen: Skala auf der 1.Stufe ("Dur", "Ionisch") Ton  : C | D | E  | F | G  | A | H | C Stufe: 1.| 2. | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 1. Skala auf der 2.Stufe ("Dorisch") Ton: D | E | F | G | A | H | C | D Skala auf der 3.Stufe ("Phrygisch") Ton: E | F | G | A | H | C | D | E Skala auf der 4.Stufe ("Lydisch") Ton: F | G | A | H | C | D | E | F Skala auf der 5.Stufe ("Mixolydisch") Ton: G | A | H | C | D | E | F | G Skala auf der 6.Stufe ("Moll", "Äolisch") Ton: A | H | C | D | E |F | G | A Skala auf der 7.Stufe ("Lokrisch") Ton: H | C | D | E | F | G | A | H Warum das alles nicht trivial ist, werden wir im weiteren Verlauf des Kurses noch sehen. Skalen und Akkorde hängen eng miteinander zusammen.

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Viele der Impovisationsmöglichkeiten, die ich im Begleittext-Material der Tracks oder immer wieder hier im Tutorial angebe, greifen auf Begriffe zurück, die immer wieder vorkommen. Hier sind sie und die ganze Systematik. Wer das alles am Anfang zu komplex finden sollte, übt dann halt einfach über die dafür von mir bereitgestellten Pattern, liest aber trotzdem die anderen Kapitel durch. Die Komplexität ensteht hauptsächlich durch die historischen Systeme, die sich durchgesetzt haben. Früher oder später kommt aber kein Musiker daran vorbei, sich auch mit Kreuzen und Bs zu beschäftigen. Okay - auf geht's! Zunächst einmal ein paar Grunderklärungen und Definitionen: Die Namen für die Töne und deren Intervalle (Abstände): Wir gehen jetzt einmal vom Grundton chromatisch (in Halbtönen) aufwärts. Die Bezeichnungen, die sich dabei für die Intervalle (Ton- Abstände) ergeben, sind die lateinischen für die Zahlen. C | C# | D | D# | E | F | F# | G | G# | A | A# | H Bei enharmonischer Verwechselung (# statt b oder b statt #) sieht das dann so aus: C | H | Bb | A | Ab | G | Gb | F | E | Eb | D | Db | die Abstände/ Intervalle heißen (von links nach rechts): Grundton | kleine Sekunde | große Sekunde | kleine Terz (Moll-Terz) | große Terz (Dur- Terz) | Quarte | übermäßige Quarte (Tritonus)| Quinte | kleine Sexte | große Sexte | kleine Septime | große Septime. Die übermäßige Quarte wird (mal wieder eine enharmonische Verwechselung) oft als verminderte Quinte interpretiert (b5). Die kleine Sexte oft auch als übermäßige Quinte (#5). Die große Septime heißt im Englischen, das sich seit Berkeley (Berkeley wird weiter unten erklärt) bei Akkordbezeichnungen durchgesetzt hat, Major seventh. Ja - die enharmonischen Verwechselungen. Die können einem am Anfang schon ganz schön "das Hirn vermatschen". Wir müssen uns mit ihnen und den Vorzeichen # und b als Musiker herumschlagen, weil sich die Notenschrift historisch nun mal so entwickelt hat - und das geschah leider nicht auf Basis einer chromatischen Tonleiter. Also hinnehmen, merken. Der Keyboarder hat es hier mal wieder einfacher als der Gitarrist: Die # und b sind die schwarzen Tasten, die anderen Töne die weißen, wenn die Grundtonart C ist. So,jetzt aber zu den: Skalen Skalen gibt es extrem viele. Ich stelle hier die Wichtigsten vor, mit denen sich "Inside" spielen läßt. ("Inside": klingt harmonisch. "Outside": klingt schräg). Der Teilnehmer soll möglichst rasch in die Lage versetzt werden, über gängige Harmonieklischees "richtig" zu spielen. Wir analysieren hier nicht, warum welche Skala "paßt". Auch wenn das ein interessantes Thema ist. Das hier ist keine ausgewachsene Harmonielehre - es ist eine Anleitung zum Improvisieren für Solisten. Alle Skalen beziehen sich immer - sofern nicht anders erwähnt- auf C. Ich benutze "H" für die Bezeichnung der 7. Stufe, anstatt des "B" des angelsächsischen Systems. Außerdem habe ich mich entschieden, durchgehend das # bei aufsteigenden Leitern zu benutzen, wenn die Leitern absteigen, benutze ich hier die b-Vorzeichen. Die enharmonischen Verwechslungen könnten sonst den einen oder anderen aus dem Konzept bringen. (Enharmonische Verwechslungen:  C# für Db, D# für Eb, F# für Gb, G# für Ab, A# für Bb). Außerdem sind die Beispiele alle im vorzeichenlosen Tonraum von C – so daß es relativ irrelevant ist, welche Vorzeichen man benutzt. Die Blues-Skala Die Blues-Skala Sie hat den Vorteil, in Dur und Moll gleichermaßen anwendbar zu sein. Sie ist extrem vielseitig und wird in allen Mainstream-Stilen benutzt. Ganz streng genommen enthält sie sowohl das D#(Eb) als auch das E. Ich rate aber dringend davon ab, sich das anzugewöhnen - man bekäme extreme Schwierigkeiten bei Moll-7- Akkorden. (Akkordbezeichnungen erkläre ich weiter unten). In der universal anwendbaren Form ist die Blues-Skala wie folgt aufgebaut: Blues C | D# | F | F# | G | A# davon abgeleitet: Blues-Pentatonik C | D# | F | G | A# Dur-Pentatonik (paßt zum Beispiel auf C7 beim Blues) C | E | F | G | A# daraus ergibt sich dann auch die Moll-Pentatonik, aber ich will es hier nicht ausufern lassen. Warum das irrelevant ist, sieht man bei den Modi. Die Modi sind Euch wahrscheinlich besser bekannt als die "normalen" Tonleitern. Sie sind aber mehr als nur Dur und Moll. Wir nehmen als Ausgangstonalität C-Dur ( auch "Ionisch" genannt.) Die bekannte Leiter ist : Ton  : C | D | E  | F | G  | A | H | C Stufe: 1.| 2. | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 1. Eigentlich sind das ja nur 7 verschiedene Töne. Man benutzt aber immer 8 Töne: man hängt den Anfangston noch einmal an. Was soll das jetzt mit den Stufen? Hier kommt die Erklärung: Wir spielen die Leiter von A aus: und erhalten: A | H | C | D | E | F | G | A Der "Eingeweihte" hat gerade festgestellt: Das ist A-Moll Fast jeder weiß, daß Dur und Moll sehr unterschiedlich klingen. Dabei sind es doch die gleichen Töne! Die andere Reihenfolge der Töne macht hier also aus Dur Moll. Man nennt so etwas auch eine "Parallel-Tonart" Jedes Mal, wenn wir die ursprüngliche C-Dur-Skala auf einem anderen Ton als dem Grundton C anfangen, ensteht eine neue Skala. Die völlig anders klingt. Und anders heißt. Die entstehenden Skalen werden als Modi bezeichnet. Wie wir oben bei Dur und Moll gesehen haben, ist die Reihenfolge der Töne nicht egal. Man kann die entstehenden Skalen numerisch bezeichenen (soundsovielte Stufe) oder die historisch entstandenen Bezeichnungen wie "Dorisch", "Phrygisch" usw benutzen. Wie wir am Beispiel von Moll (6.Stufe) gesehen haben, ist es keine Erbsenzählerei (!), die Wichtigkeit der Stufen ernstzunehmen. Deswegen hier die komplette Aufstellung zum Nachschlagen: dabei hänge ich den Grundton, mit dem jeweils gestartet wird, noch einmal hintenan, um die Skala aufzulösen: Skala auf der 1.Stufe ("Dur", "Ionisch") Ton  : C | D | E  | F | G  | A | H | C Stufe: 1.| 2. | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 1. Skala auf der 2.Stufe ("Dorisch") Ton: D | E | F | G | A | H | C | D Skala auf der 3.Stufe ("Phrygisch") Ton: E | F | G | A | H | C | D | E Skala auf der 4.Stufe ("Lydisch") Ton: F | G | A | H | C | D | E | F Skala auf der 5.Stufe ("Mixolydisch") Ton: G | A | H | C | D | E | F | G Skala auf der 6.Stufe ("Moll", "Äolisch") Ton: A | H | C | D | E |F | G | A Skala auf der 7.Stufe ("Lokrisch") Ton: H | C | D | E | F | G | A | H Warum das alles nicht trivial ist, werden wir im weiteren Verlauf des Kurses noch sehen. Skalen und Akkorde hängen eng miteinander zusammen.

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