Art            Lip               Welcome                  to my universe
I‘m a: singer/songwriter, multi-instrumentalist/trumpetplayer, producer/performer, photographer/visual artist, science fiction writer
© All works and content under Creative Commons License BY NC ND

Tutorial

Der Mainstream Solist

Akkorde

Wie das Bezeichnungssystem funktioniert Wir werden gleich bei einem kleinen Ausflug in die Harmonielehre sehen: bestimmte Akkordtypen treten immer auf bestimmten Stufen auf. Stufe          Schreibweise        Aussprache I                  Maj7                       Major7 II                 m7                          Moll7 III                m7                          Moll7 IV               Maj7                        Major7 V                7                              Dominant7 VI               m7                           Moll7 VII              m7b5                      Moll7b5 Für die komplette Kadenz (Erklärung gleich in der Mini-Harmonielehre) im Tonraum C lauten die Akkordsymbole also: CMaj7 - Dm7 - Em7 - FMaj7 - G7 - Am7 - Hm7b5 Man kann auch die römischen Ziffern verwenden, wenn die Grundtonart bekannt ist: Imaj7 - IIm7 - IIIm7 - IVmaj7 - V7 - VIm7 - VIIm7b5. Ganz spartanisch: I - II - III - IV - V - VI - VII. Das wird in Jazzarrangements oft gemacht - der Solist weiß dann gleich, welcher Modus paßt. Natürlich eine sehr kopfige  Herangehensweise. Jedenfalls bezieht sich bei den etablierten Akkordbezeichnungen alles auf die Stufen - wenn man sie kennt - ist das einfacher zu verstehen :) Jetzt der sehr kurze Abstecher in die Harmonielehre Die heutzutage als Standard anerkannte Harmonielehre fußt auf dem "Berkeley"-System, das in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts an der Universität von Berkeley in Kalifornien entwickelt wurde. Das System hat sich seit damals durchgesetzt (Im Jazz schon seit der Zeit - also seit den 30er Jahren, im Mainstream ebenfalls seit Jahrzehnten). Weil es nämlich - im Gegensatz zur europäischen Klassik - auch 4- und noch- mehr-stimmige Harmonien logisch mit einbezieht. Die Standardakkorde einer Tonart werden durch übereinandergeschichtete leitereigene Terzen gebildet. also z.B. C | E | G für den C-Dur-Dreiklang. Bei vierstimmigen Harmonien wird entsprechend noch eine leietreigene Terz darübergelegt: also z.B. C | E | G | H für den C-Dur-Vierklang Ein solcher Akkord wird als Maj7 bezeichnet. Die Maj7 ist die große Septime. Das Akkordbezifferungs-/Bezeichnungssytem und warum das Maj7 heißt, erkläre ich weiter unten. Wir nehmen noch einmal unsere Skala von eben: Skala auf der 1.Stufe ("Dur", "Ionisch") Ton: C | D | E | F | G | A | H | C Stufe: 1.| 2.| 3.| 4.| 5.| 6.| 7. | 1. jetzt machen wir nichts anderes, als die arabischen durch römische Zahlen zu ersetzen: es ergibt sich: Skala auf der 1.Stufe ("Dur", "Ionisch") Ton: C | D | E | F | G | A | H | Stufe: I | II |III | IV| V | VI| VII| Damit hat jemand in Worte und in ein System gefaßt, was fast jeder Pianist schnell herausfindet - und dann erstmal für "die" große geheimzuhaltende Entdeckung hält. Das spielt sich oft so ab: Der Pianist drückt D | F | A | C ( "II") und sagt: "Klingt cool. Hmmm. Was passiert denn, wenn ich jetzt einfach mal zwei Finger versetze?" Er drückt: D | F | G | H ( "V" - in einem anderen "Voicing" als der Grundform. Einer "Umkehrung") Er macht das immer wieder abwechselnd - und spielt dabei eine "II-V- Verbindung" Jetzt hat der Mann Feuer gefangen: Er treibt das Versetzungsspiel auf den weißen Tasten zur konsequenten, finalen Kadenz-Entdeckung: Er drückt: I - IV - VII - III - VI - II - V - I konkret die Tasten: C | E | G | H = I = 1. Stufe = CMaj7 C | E | F | A = IV = 4. Stufe = FMaj7 H | D | F | A = VII = 7. Stufe = Hm7b5 H | D | E | G = III = 3. Stufe = Em7 A | C | E | G = VI = 6. Stufe = Am7 A | C | D | F = II = 2. Stufe = Dm7 G | H | D | F = V = 5. Stufe = G7 G | H | C | E = I = 1. Stufe = CMaj7 Dieses Spiel läßt sich endlos weitertreiben und klingt auf dem Piano bereits in diesem Voicing wunderbar. Gitarreros haben es da schwerer, von alleine daraufzukommen :) Wie gesagt : am Anfang spielte der Pianist eine II-V-Verbindung. Im Jazz (im uraltem "Rentner-Realbook-Jazz") kommt die II-V-I-Verbindung extrem häufig vor. (In der II-V-I-Verbindung ist noch die 1. Stufe der Gesamtkadenz an den II-V-er angehängt und die Tonalität dadurch in den Ursprung aufgelöst) Und das klingt extrem "abgelatscht". Und dieses Klischee muß von allen Jazzern geübt werden. Und die meisten hassen es :) Der "abgelatscht"-Effekt wird vermieden, wenn wir nur 2er-Verbindungen aus der oben erwähnten Kette ("Kadenz") bei der Komposition benutzen. Oder Töne der Kadenzen/Verbindungen "alterieren" (ändern/ durch leiterfremde ersetzen). Die oben angeführten Kadenzen kommen immer wieder vor. Sie müssen daher geübt werden. Übungs-Tracks sind online. Sie tragen Bezeichnungen wie "II-V" Ihr versteht jetzt, warum das so ist. ...und weil ich Euch jetzt nämlich schon mal sage: Über jede dieser 2er-Gruppen an Verbindungen wie II-V läßt sich ein anderer Modus (eine Skala auf einer anderen Stufe der urpsrünglichen Dur-Ausgangsleiter) verwenden. Ziemlich zwingend sogar - Euer eigenes "Gehör" (Harmonie-Empfinden) wird es Euch beweisen.

Weiter

© All works and content under Creative Commons License BY NC ND

Tutorial

Der Mainstream Solist

Akkorde

Wie das Bezeichnungssystem funktioniert Wir werden gleich bei einem kleinen Ausflug in die Harmonielehre sehen: bestimmte Akkordtypen treten immer auf bestimmten Stufen auf. Stufe          Schreibweise        Aussprache I                  Maj7                       Major7 II                 m7                          Moll7 III                m7                          Moll7 IV               Maj7                        Major7 V                7                              Dominant7 VI               m7                           Moll7 VII              m7b5                      Moll7b5 Für die komplette Kadenz (Erklärung gleich in der Mini- Harmonielehre) im Tonraum C lauten die Akkordsymbole also: CMaj7 - Dm7 - Em7 - FMaj7 - G7 - Am7 - Hm7b5 Man kann auch die römischen Ziffern verwenden, wenn die Grundtonart bekannt ist: Imaj7 - IIm7 - IIIm7 - IVmaj7 - V7 - VIm7 - VIIm7b5. Ganz spartanisch: I - II - III - IV - V - VI - VII. Das wird in Jazzarrangements oft gemacht - der Solist weiß dann gleich, welcher Modus paßt. Natürlich eine sehr kopfige  Herangehensweise. Jedenfalls bezieht sich bei den etablierten Akkordbezeichnungen alles auf die Stufen - wenn man sie kennt - ist das einfacher zu verstehen :) Jetzt der sehr kurze Abstecher in die Harmonielehre Die heutzutage als Standard anerkannte Harmonielehre fußt auf dem "Berkeley"- System, das in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts an der Universität von Berkeley in Kalifornien entwickelt wurde. Das System hat sich seit damals durchgesetzt (Im Jazz schon seit der Zeit - also seit den 30er Jahren, im Mainstream ebenfalls seit Jahrzehnten). Weil es nämlich - im Gegensatz zur europäischen Klassik - auch 4- und noch-mehr- stimmige Harmonien logisch mit einbezieht. Die Standardakkorde einer Tonart werden durch übereinandergeschichtete leitereigene Terzen gebildet. also z.B. C | E | G für den C-Dur- Dreiklang. Bei vierstimmigen Harmonien wird entsprechend noch eine leietreigene Terz darübergelegt: also z.B. C | E | G | H für den C-Dur- Vierklang Ein solcher Akkord wird als Maj7 bezeichnet. Die Maj7 ist die große Septime. Das Akkordbezifferungs- /Bezeichnungssytem und warum das Maj7 heißt, erkläre ich weiter unten. Wir nehmen noch einmal unsere Skala von eben: Skala auf der 1.Stufe ("Dur", "Ionisch") Ton: C | D | E | F | G | A | H | C Stufe: 1.| 2.| 3.| 4.| 5.| 6.| 7. | 1. jetzt machen wir nichts anderes, als die arabischen durch römische Zahlen zu ersetzen: es ergibt sich: Skala auf der 1.Stufe ("Dur", "Ionisch") Ton: C | D | E | F | G | A | H | Stufe: I | II |III | IV| V | VI| VII| Damit hat jemand in Worte und in ein System gefaßt, was fast jeder Pianist schnell herausfindet - und dann erstmal für "die" große geheimzuhaltende Entdeckung hält. Das spielt sich oft so ab: Der Pianist drückt D | F | A | C ( "II") und sagt: "Klingt cool. Hmmm. Was passiert denn, wenn ich jetzt einfach mal zwei Finger versetze?" Er drückt: D | F | G | H ( "V" - in einem anderen "Voicing" als der Grundform. Einer "Umkehrung") Er macht das immer wieder abwechselnd - und spielt dabei eine "II-V-Verbindung" Jetzt hat der Mann Feuer gefangen: Er treibt das Versetzungsspiel auf den weißen Tasten zur konsequenten, finalen Kadenz-Entdeckung: Er drückt: I - IV - VII - III - VI - II - V - I konkret die Tasten: C | E | G | H = I = 1. Stufe = CMaj7 C | E | F | A = IV = 4. Stufe = FMaj7 H | D | F | A = VII = 7. Stufe = Hm7b5 H | D | E | G = III = 3. Stufe = Em7 A | C | E | G = VI = 6. Stufe = Am7 A | C | D | F = II = 2. Stufe = Dm7 G | H | D | F = V = 5. Stufe = G7 G | H | C | E = I = 1. Stufe = CMaj7 Dieses Spiel läßt sich endlos weitertreiben und klingt auf dem Piano bereits in diesem Voicing wunderbar. Gitarreros haben es da schwerer, von alleine daraufzukommen :) Wie gesagt : am Anfang spielte der Pianist eine II-V-Verbindung. Im Jazz (im uraltem "Rentner- Realbook-Jazz") kommt die II- V-I-Verbindung extrem häufig vor. (In der II-V-I-Verbindung ist noch die 1. Stufe der Gesamtkadenz an den II-V-er angehängt und die Tonalität dadurch in den Ursprung aufgelöst) Und das klingt extrem "abgelatscht". Und dieses Klischee muß von allen Jazzern geübt werden. Und die meisten hassen es :) Der "abgelatscht"-Effekt wird vermieden, wenn wir nur 2er- Verbindungen aus der oben erwähnten Kette ("Kadenz") bei der Komposition benutzen. Oder Töne der Kadenzen/Verbindungen "alterieren" (ändern/ durch leiterfremde ersetzen). Die oben angeführten Kadenzen kommen immer wieder vor. Sie müssen daher geübt werden. Übungs-Tracks sind online. Sie tragen Bezeichnungen wie "II-V" Ihr versteht jetzt, warum das so ist. ...und weil ich Euch jetzt nämlich schon mal sage: Über jede dieser 2er-Gruppen an Verbindungen wie II-V läßt sich ein anderer Modus (eine Skala auf einer anderen Stufe der urpsrünglichen Dur- Ausgangsleiter) verwenden. Ziemlich zwingend sogar - Euer eigenes "Gehör" (Harmonie-Empfinden) wird es Euch beweisen.

Weiter

Art Lip                Welcome to my universe